Ratgeber · 10.03.2026

Was Cannabis in der Apotheke wirklich kostet

Die Preisfrage ist meistens die erste, die Patienten stellen. Und die Antwort ist leider nicht ganz einfach, weil sie von mehreren Faktoren abhängt: Welches Produkt, welcher Anbieter, wie viel braucht man pro Monat, und zahlt die Krankenkasse mit oder nicht. Fangen wir beim Cannabis selbst an. Blüten kosten in der Apotheke zwischen 6 und 15 Euro pro Gramm. Der Preis hängt von der Sorte, dem THC-Gehalt und dem Hersteller ab. Deutsche Produkte sind tendenziell etwas günstiger als Importe aus Kanada oder den Niederlanden, und der Trend geht nach unten - mehr Wettbewerb drückt die Preise. Bei einem typischen Verbrauch von 0,5 bis 2 Gramm pro Tag ergeben sich monatliche Kosten von 90 bis 450 Euro allein für die Blüten. Das ist eine große Spanne, weil der Verbrauch individuell extrem unterschiedlich ist. Manche Schmerzpatienten kommen mit einem halben Gramm am Abend aus, andere brauchen deutlich mehr. Öle und Extrakte sind eine Alternative mit besser kalkulierbaren Kosten. Eine 10-ml-Flasche Vollspektrum-Öl liegt bei 30 bis 80 Euro und reicht je nach Dosierung zwei bis vier Wochen. CBD-Öle ohne THC sind am günstigsten, THC-haltige Extrakte kosten mehr. Fertigarzneimittel wie Dronabinol-Tropfen oder Sativex-Mundspray liegen bei 100 bis 400 Euro pro Monat, werden aber häufiger von der Krankenkasse erstattet als Blüten.

Die versteckten Kosten und wie man sparen kann

Neben dem Cannabis selbst fallen weitere Kosten an, die man einplanen sollte. Die ärztliche Erstberatung bei einer Telemedizin-Plattform kostet zwischen 0 und 50 Euro. Folgerezepte sind günstiger, oft 10 bis 25 Euro, bei manchen Anbietern im Abo enthalten. Die Versandkosten der Apotheke liegen bei 0 bis 5 Euro pro Lieferung. Und wer Blüten nutzt, braucht einen Vaporizer - die Anschaffung liegt je nach Modell bei 50 bis 300 Euro, ist aber eine einmalige Investition. Billig-Vaporizer für 30 Euro funktionieren erfahrungsgemäß schlecht, ein solides Gerät im Bereich von 100 bis 150 Euro hält Jahre. Wie spart man? Erstens: Preise vergleichen. Die Unterschiede zwischen den Versandapotheken können bei gleicher Sorte mehrere Euro pro Gramm betragen. Zweitens: Großpackungen bestellen, wenn der Arzt die Menge auf dem Rezept entsprechend ansetzt. 10 oder 15 Gramm auf einmal sind pro Gramm günstiger als 5 Gramm. Drittens: CBD-Öl als Basismedikation nutzen und THC-Blüten nur bei Bedarf einsetzen. Das senkt den Gesamtverbrauch an teurem THC-Cannabis. Viertens: Kassenantrag stellen. Auch wenn die Chancen je nach Indikation unterschiedlich sind, lohnt sich der Versuch immer. Im schlimmsten Fall wird abgelehnt und man zahlt weiter selbst. Im besten Fall übernimmt die Kasse alles bis auf die Rezeptgebühr von 5 bis 10 Euro.

Wann die Krankenkasse zahlt

Die Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenkasse ist bei Cannabis an Bedingungen geknüpft. Es muss eine schwerwiegende Erkrankung vorliegen, herkömmliche Therapien müssen ausgeschöpft sein, und es muss eine Aussicht auf Besserung durch Cannabis bestehen. Der Arzt stellt den Antrag, der Medizinische Dienst prüft. Bei chronischen Schmerzen nach Ausschöpfung anderer Therapien, bei Spastik und bei Chemotherapie-bedingter Übelkeit sind die Genehmigungsquoten am höchsten - deutlich über 50 Prozent. Bei psychischen Indikationen wie Depressionen oder ADHS wird seltener genehmigt, aber es ist nicht ausgeschlossen. Die Details zur Kassenübernahme haben wir im Ratgeber Übernimmt die Krankenkasse die Kosten? zusammengefasst. Ein Tipp: Anbieter mit Arzt-Service wissen, wie der Antrag formuliert sein muss und welche Unterlagen der Medizinische Dienst sehen will. Dieses Wissen kann den Unterschied zwischen Genehmigung und Ablehnung machen. Und selbst bei Ablehnung gibt es den Widerspruch - die Erfolgsquote im Widerspruchsverfahren ist hoch, weil viele Erstablehnungen auf formalen Mängeln beruhen, die sich beheben lassen. Langfristig zeigt der Trend: Cannabis wird günstiger. Mehr deutsche Produzenten, mehr Wettbewerb unter den Anbietern, und eine wachsende Akzeptanz bei den Krankenkassen sorgen dafür, dass die finanzielle Hürde sinkt.

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