Ratgeber · 10.03.2026
So funktioniert der Weg zum Cannabis-Rezept
Viele Menschen glauben, dass man für ein Cannabis-Rezept einen speziellen Arzt braucht, monatelang warten muss oder erstmal eine bestimmte Diagnose haben muss. Das stimmt so nicht. Jeder Arzt in Deutschland mit gültiger Approbation darf Cannabis verschreiben - der Hausarzt genauso wie der Facharzt. Es braucht kein Rezept vom Neurologen oder Psychiater, auch wenn manche Hausärzte das behaupten. In der Praxis ist es aber so, dass viele Hausärzte Cannabis ungern verschreiben. Manche haben keine Erfahrung damit, andere scheuen den bürokratischen Aufwand, wieder andere haben persönliche Vorbehalte. Deshalb haben sich in den letzten Jahren Telemedizin-Plattformen etabliert, deren Ärzte täglich Cannabis-Patienten betreuen und genau wissen, was sie tun. Der Ablauf ist simpel und komplett digital: Man registriert sich auf der Plattform, füllt einen medizinischen Fragebogen aus und bekommt einen Termin für ein Videogespräch mit einem Arzt. Das Gespräch dauert 10 bis 20 Minuten. Der Arzt fragt nach den Beschwerden, der bisherigen Behandlung und den Erwartungen an Cannabis. Wenn er eine Verschreibung für sinnvoll hält, stellt er ein Rezept aus. Dieses geht direkt an eine Partner-Apotheke, die das Cannabis per Post liefert - diskret verpackt, meistens innerhalb von drei bis fünf Werktagen. Von der Registrierung bis zur Lieferung vergehen also etwa ein bis zwei Wochen, oft sogar weniger.
Was man mitbringen sollte
Ein seriöser Arzt wird nicht jedem ein Rezept ausstellen, der danach fragt. Es gibt keine feste Liste von Diagnosen, aber eine Voraussetzung zieht sich durch alle Indikationen: Herkömmliche Therapien sollten nicht ausreichend geholfen haben oder nicht vertragen werden. Das heißt nicht, dass man zehn Medikamente durchprobiert haben muss. Aber man sollte erklären können, was man bisher versucht hat und warum es nicht gereicht hat. Wer chronische Schmerzen hat und mit Ibuprofen nicht weiterkommt, hat eine gute Ausgangslage. Wer Schlafstörungen hat und Zopiclon nicht verträgt, ebenfalls. Auch bei ADHS, Depressionen, Migräne und vielen anderen Indikationen ist Cannabis eine Option. Es hilft, zum Videogespräch Unterlagen bereitzuhalten: Arztbriefe, Befunde, eine Liste der aktuellen Medikamente. Je besser der Arzt die Vorgeschichte versteht, desto gezielter kann er beraten. Manche Plattformen bitten schon im Fragebogen um einen Upload relevanter Dokumente. Wer keine Unterlagen hat, muss nicht verzweifeln - der Arzt kann sich auch auf die mündliche Schilderung stützen. Aber je mehr dokumentiert ist, desto reibungsloser läuft es.
Kosten, Krankenkasse und was danach kommt
Die ärztliche Erstberatung kostet je nach Anbieter zwischen 0 und 50 Euro. Manche Plattformen bieten eine kostenlose Ersteinschätzung an, bei der geprüft wird, ob Cannabis überhaupt infrage kommt - erst danach fällt eine Gebühr an. Folgerezepte sind meistens günstiger, manchmal 10 bis 20 Euro, manchmal im Abo enthalten. Das Cannabis selbst kostet in der Apotheke zwischen 6 und 15 Euro pro Gramm für Blüten. Öle und Extrakte liegen bei 30 bis 80 Euro pro Flasche, die je nach Dosierung zwei bis vier Wochen hält. Monatlich landet man insgesamt bei 80 bis 250 Euro. Das ist nicht wenig, aber viele Patienten sparen gleichzeitig bei anderen Medikamenten. Und es gibt die Möglichkeit der Kostenübernahme durch die Krankenkasse. Dafür muss der Arzt einen Antrag stellen, der vom Medizinischen Dienst geprüft wird. Die Krankenkasse hat drei bis fünf Wochen Zeit für die Entscheidung. Bei chronischen Schmerzen, Spastik und Chemotherapie-bedingter Übelkeit werden die meisten Anträge genehmigt. Bei psychischen Indikationen ist die Quote niedriger, aber ein Versuch lohnt sich immer. Bei Ablehnung kann man Widerspruch einlegen - die Erfolgsquote dabei ist überraschend hoch. Anbieter mit Arzt-Service kennen den Prozess und wissen, wie der Antrag formuliert sein muss, damit er durchgeht. Mehr zu den Kosten lesen Sie in unserem Ratgeber Was kostet medizinisches Cannabis?, und zur Kassenübernahme im Detail unter Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
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