Krämpfe, die nicht aufhören

Spastik ist einer der quälendsten Begleiter neurologischer Erkrankungen. Die Muskeln verkrampfen sich unwillkürlich, ziehen sich zusammen und lassen nicht mehr los. Bei Multipler Sklerose gehört das fast zum Alltag. Auch nach einem Schlaganfall, bei Querschnittlähmung oder anderen Rückenmarksverletzungen tritt Spastik auf. Nachts werden die Krämpfe oft schlimmer. Man schläft ein und wird eine Stunde später von einem schmerzhaften Spasmus geweckt, der das ganze Bein durchzieht. Die Standardmedikamente Baclofen und Tizanidin helfen, machen aber müde und schwach. Bei höherer Dosis fühlt man sich wie ein nasser Lappen - die Spastik ist weg, aber die Kraft auch. Cannabis bietet hier etwas, das die herkömmlichen Mittel nicht können: Muskelentspannung ohne totale Erschlaffung. THC wirkt auf die motorischen Nervenbahnen und dämpft die überaktiven Signale, die die Krämpfe auslösen. CBD ergänzt das durch eine entzündungshemmende und nervenschützende Wirkung. Die Muskeln entspannen sich, aber man kann sich trotzdem noch bewegen, aufstehen, laufen. Mit Sativex existiert sogar ein zugelassenes Cannabis-Medikament speziell für MS-bedingte Spastik. Es enthält THC und CBD im Verhältnis 1:1 als Mundspray. Daneben setzen Neurologen auch Blüten und Extrakte ein.

Die Evidenz ist stark

Bei keiner anderen Cannabis-Indikation ist die Studienlage so überzeugend wie bei Spastik. Mehrere große kontrollierte Studien belegen, dass Cannabis die Häufigkeit und Stärke von Spasmen reduziert, die Beweglichkeit verbessert und den Schlaf weniger stört. Patienten berichten, dass sie mit Cannabis wieder Dinge tun können, die vorher nicht mehr gingen: Treppen steigen, eine Tasse Kaffee halten, ohne sie vor Krämpfen fallen zu lassen, oder eine Nacht durchschlafen. Die Krankenkasse weiß das - und genehmigt Cannabis bei Spastik häufiger als bei den meisten anderen Indikationen. Die Genehmigungsquote liegt bei über 60 Prozent, wenn ein Neurologe den Antrag unterstützt und dokumentiert, dass herkömmliche Muskelrelaxantien nicht ausreichend gewirkt haben. Telemedizin-Plattformen helfen beim Antrag und bei der Dosierung. All-in-One-Anbieter sind für Spastik-Patienten besonders praktisch, weil alles aus einer Hand läuft und man sich nicht um die Koordination zwischen Arzt und Apotheke kümmern muss. Das ist gerade bei eingeschränkter Mobilität ein großer Pluspunkt.

Kosten und praktische Hinweise

Sativex kostet etwa 300 bis 400 Euro pro Monat, wird aber bei zugelassener Indikation (MS-bedingte Spastik) von der Krankenkasse erstattet. Cannabis-Blüten und Extrakte sind günstiger, liegen bei 80 bis 250 Euro monatlich, und können über einen Einzelfallantrag ebenfalls von der Kasse übernommen werden. Viele Spastik-Patienten nutzen eine Kombination: morgens und tagsüber CBD-Öl als Basis, bei akuten Spasmen den Vaporizer, und abends eine stärkere THC-Dosis für den Schlaf. Die Einstellung braucht ein paar Wochen, weil die optimale Dosis individuell verschieden ist. Ein Symptomtagebuch hilft dem Arzt bei der Feinabstimmung. Anbieter mit Arzt-Service begleiten diesen Prozess und unterstützen auch bei der Kommunikation mit der Krankenkasse. Spastik-Patienten leiden häufig zusätzlich an chronischen Schmerzen, Schlafstörungen und neuropathischen Schmerzen. Cannabis kann alle drei Begleitbeschwerden gleichzeitig behandeln, was ein großer Vorteil gegenüber Medikamenten ist, die nur auf ein einzelnes Symptom wirken. Versandapotheken liefern die Produkte diskret und zuverlässig nach Hause.

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