Wenn Essen zur Qual wird

Appetitlosigkeit klingt harmlos, kann aber lebensbedrohlich sein. Krebspatienten unter Chemotherapie kennen das: Alles schmeckt metallisch oder nach gar nichts, der Magen rebelliert schon bei dem Gedanken an Essen, und innerhalb weniger Wochen fallen zehn Kilo oder mehr. Bei HIV-Patienten war Kachexie - der krankhafte Gewichtsverlust - jahrelang eine der Haupttodesursachen, bevor wirksame Therapien kamen. Auch bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn, bei schweren Depressionen und nach langen Krankenhausaufenthalten ist Appetitlosigkeit ein ernstes Problem. Der Körper braucht Energie zum Heilen, bekommt aber keine, weil der Patient nicht essen kann. THC ist eines der stärksten bekannten Mittel gegen Appetitlosigkeit. Es aktiviert Rezeptoren im Hypothalamus, dem Hungerzentrum des Gehirns, steigert die Ausschüttung des Hungerhormons Ghrelin und verstärkt die Geschmacks- und Geruchswahrnehmung. Das Essen riecht wieder gut, schmeckt wieder nach etwas und macht wieder Lust. Dieser Effekt tritt schon bei niedriger Dosierung ein und ist über den Vaporizer besonders schnell spürbar. Dronabinol, synthetisches THC in Kapselform, ist für die Behandlung von Appetitlosigkeit bei AIDS-Patienten sogar offiziell zugelassen.

Mehr als ein Hungergefühl

Cannabis macht bei Appetitlosigkeit nicht einfach nur hungrig. Es verändert das gesamte Verhältnis zum Essen. Patienten berichten, dass Mahlzeiten wieder ein positives Erlebnis werden statt einer Pflichtübung. Das ist psychologisch wichtig, weil viele Patienten mit Appetitlosigkeit eine regelrechte Aversion gegen Essen entwickelt haben - jede Mahlzeit ist ein Kampf. Cannabis kann diese Aversion durchbrechen. Die Einnahme sollte 30 bis 60 Minuten vor den Mahlzeiten erfolgen, damit der appetitanregende Effekt zum Essen einsetzt. Neben der akuten Wirkung hat Cannabis auch einen langfristigen Effekt: Nach einigen Wochen regelmäßiger Einnahme normalisiert sich das Hungergefühl bei vielen Patienten, und sie beginnen, auch ohne direkte Cannabis-Einnahme wieder mehr zu essen. Das Gewicht stabilisiert sich, die Kraft kehrt zurück, und die Lebensqualität steigt messbar. Gleichzeitig wirkt Cannabis gegen die häufig begleitende Übelkeit, die den Appetit zusätzlich unterdrückt - zwei Fliegen mit einer Klappe.

Zugang und Kosten

Bei schwerer Grunderkrankung wie Krebs oder HIV sind die Chancen auf Kostenübernahme durch die Krankenkasse gut. Die Indikation ist anerkannt, und der Medizinische Dienst genehmigt hier häufiger als bei weniger schweren Erkrankungen. Telemedizin-Plattformen ermöglichen eine Beratung per Video, was für geschwächte Patienten wichtig ist. Anbieter mit Arzt-Service helfen beim Kassenantrag und stimmen die Therapie mit dem behandelnden Onkologen oder Gastroenterologen ab. Versandapotheken liefern schnell und zuverlässig - bei Appetitlosigkeit zählt jeder Tag, den der Patient nicht ausreichend isst. Die monatlichen Kosten liegen bei 80 bis 200 Euro, bei genehmigtem Kassenantrag wird erstattet. Appetitlosigkeit tritt häufig zusammen mit Übelkeit, Depressionen und chronischen Schmerzen auf. Cannabis hilft bei allen dreien gleichzeitig. Verschiedene Anbieter auf unserer Plattform betreuen Patienten mit Appetitproblemen und schwerem Gewichtsverlust.

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