ADHS im Erwachsenenalter - mehr als ein Konzentrationsproblem
ADHS wird oft als Kinderkrankheit abgetan, aber das stimmt nicht. Etwa 60 Prozent der Betroffenen nehmen die Symptome mit ins Erwachsenenalter. Nur merkt es kaum jemand, weil Erwachsene gelernt haben, ihre Probleme zu kompensieren - mit Überstunden, endlosen To-Do-Listen und dem ständigen Gefühl, nicht hinterherzukommen. Hinter der Fassade sieht es oft anders aus: Gedanken, die springen wie ein Flipperball. Die Unfähigkeit, bei einem Thema zu bleiben, obwohl man es eigentlich will. Impulsive Entscheidungen, die man hinterher bereut. Und eine emotionale Achterbahn, die andere nicht nachvollziehen können. Die Standardbehandlung mit Methylphenidat (Ritalin) oder Amphetaminen hilft vielen, aber nicht allen. Manche vertragen die Stimulanzien nicht: Herzrasen, Appetitlosigkeit, Schlafprobleme, ein Gefühl wie ein Roboter zu funktionieren. Andere merken, dass die Wirkung nach Jahren nachlässt. An dieser Stelle kommt Cannabis als Ergänzung ins Gespräch. THC beeinflusst das Dopamin-System, das bei ADHS aus dem Gleichgewicht geraten ist. Viele Betroffene berichten, dass Cannabis ihnen hilft, den inneren Lärm leiser zu drehen. Nicht betäubt, nicht high - einfach ruhiger. Fokussierter. In der Lage, eine Aufgabe anzufangen und auch zu Ende zu bringen.
Was Betroffene berichten und was die Forschung sagt
Die Studienlage zu Cannabis bei ADHS ist noch dünn, aber wachsend. Eine britische Studie von 2017 zeigte Verbesserungen bei Hyperaktivität und Impulsivität unter Cannabis-Therapie. In Deutschland verschreiben Psychiater Cannabis bei ADHS als individuellen Heilversuch, wenn Standardmedikamente nicht gewirkt haben oder nicht vertragen werden. Was in den Studien oft untergeht: Viele ADHS-Patienten beschreiben als größten Effekt nicht die bessere Konzentration, sondern die emotionale Stabilität. Die plötzlichen Wutausbrüche, die Frustration über Kleinigkeiten, die Tränen die aus dem Nichts kommen - all das wird ruhiger. Auch die Reizüberflutung, unter der viele Betroffene in lauten oder hektischen Umgebungen leiden, wird erträglicher. Bei der Sortenwahl gibt es einen wichtigen Unterschied zu anderen Indikationen: Bei Schlafstörungen nimmt man Indica-Sorten, die beruhigend wirken. Bei ADHS sind tagsüber eher Sativa-betonte Sorten sinnvoll, die leicht stimulierend und fokussierend wirken. Abends kann dann eine Indica-Sorte beim Runterkommen und Einschlafen helfen, denn Schlafprobleme gehören bei ADHS praktisch dazu. Öle und Kapseln eignen sich als Basismedikation für den Tag, ein Vaporizer als Ergänzung bei akutem Bedarf.
Der Weg zum Rezept und die Kostenfrage
Telemedizin-Plattformen sind für ADHS-Patienten eine gute Wahl, weil man nicht monatelang auf einen Facharzttermin warten muss. Die meisten Plattformen vergeben Termine innerhalb weniger Tage. Im Videogespräch bespricht der Arzt die ADHS-Diagnose, bisherige Medikamente und die aktuelle Situation. Wichtig: Eine bestehende ADHS-Diagnose sollte vorliegen, am besten durch einen Psychiater oder Neurologen. Ohne Diagnose wird kein seriöser Arzt Cannabis verschreiben. Anbieter mit integriertem Arztservice haben den Vorteil, dass Rezept und Lieferung zusammen laufen. Die Kosten: Ärztliche Beratung 0 bis 50 Euro, Cannabis 6 bis 15 Euro pro Gramm, Öle ab 30 Euro pro Flasche. Monatlich landet man bei 80 bis 250 Euro. Die Kostenübernahme durch die Krankenkasse ist bei ADHS schwieriger als bei chronischen Schmerzen oder Spastik, aber nicht unmöglich. Der Antrag hat bessere Chancen, wenn die Akte zeigt, dass mindestens zwei herkömmliche Medikamente versucht wurden. Ein praktischer Hinweis: Manche Patienten kombinieren eine niedrige Cannabis-Dosis mit einer reduzierten Methylphenidat-Dosis und fahren damit besser als mit jedem Mittel allein. Das sollte aber nur unter ärztlicher Aufsicht passieren. Und noch etwas Wichtiges: Mit gültigem Rezept darf man Auto fahren, solange man fahrtüchtig ist. Für ADHS-Patienten, die beruflich auf das Auto angewiesen sind, ist das eine wichtige Information.
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